September

Wir schreiben das Jahr 1976. Atomare Aufrüstung und Kalter Krieg sind die weltpolitischen Koordinaten, es knirscht an allen Ecken und Enden. In Großbritannien herrscht eine gravierende ökonomische Unzufriedenheit. Die wirtschaftliche Not ist immens, die politischen Kämpfe werden gewalttätig und erreichen die Straße. Die Arbeitslosigkeit ist verheerend, die Inflation hoch, Streiks legen das tägliche Leben lahm. Neue Perspektiven fehlen, für Studierende, für Arbeiter und Arbeiterinnen, für die Jugend. Eine Kluft, in die sich Strömungen wie die National Front ergießen, gleichzeitig gärt eine kulturelle und gesellschaftliche Aufbruchstimmung. Es brodelt in den Jugendclubs, es bilden sich erste Subkultur-Szenen, ein aufrüttelnder Mix aus Protest und Provokation ist die Grundlage. In Kombination mit einer ausgeprägten Abneigung gegen die bestehende Ordnung, wider das Establishment, die Hochkultur, aber auch gegen die ausgedienten Rock-Dinos. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese explosive Mischung zum nächsten großen Knall führt.

 

Punk wird zum Fanal des Widerstands. Nicht nur in England. Und der Rest ist Geschichte.

 

Fast forward zum heutigen Abend: "A LIFE WITHOUT PUNK" widmet sich diesen prägenden Jahren und bringt Protagonist*innen aus England und Deutschland zusammen, um das Phänomen Punk und Neue Musik zu reflektieren, zu feiern und fortzusetzen. Die Veranstaltungsreihe tourt mit wechselnden Ensembles und macht nicht selten an Schauplätzen von damals halt.

Die Hosts der Abende sind zwei der wesentlichen Protagonisten des Punk, John Robbund Mark Reeder. Sie sprechen - miteinander und mit ihren Gästen - über 50 Jahre Punk, wann und wo und wie sie von der Neuen Welle und Energie erfasst wurden, über Erfahrungen und Anekdoten, und darüber, wie richtungsweisend diese Zeiten des nicht nur musikalischen Aufruhrs für sie und ihre Leben gewesen sind.

Der erste bestätigte Gast des heutigen Abends ist Alexander Hacke, der 1980 bereits im zarten Alter von 14 Jahren Mitglied der Einstürzenden Neubauten wurde, aber auch darüber hinaus, sei es als Musiker oder Produzent, in zahlreichen einflussreichen Underground-Bands aktiv war und ist. Und vieles mehr. Darüber gibt er in seiner mehr als lesenswerten Autobiografie "Krach" (Ventil Verlag) Auskunft. Sein jüngstes musikalisches Werk heißt "LICHTUNG" (Mute Records), es ist das neuste Album seines gemeinsam mit seiner Partnerin Danielle De Picciotto unter dem Moniker hackedepicciotto betriebene Duo-Projekt.
Zu ihm gesellt sich die glorreiche Annette Benjamin, die Teil einer der besten und stilprägenden deutschen Postpunk-Bands aller Zeiten, Hans-A-Plast, war. Zuletzt trat sie vor allem mit einer Art Supergroup in Erscheinung, die sie mit Drangsal, Beatsteaks-Schlagzeuger Thomas Götz, Charlotte Brandi und Julian Knoth von Die Nerven gegründet hat und unterm dem Namen die Benjamins firmiert.
Neu dazu gekommen ist zudem Pauline Murray. Mit sechzehn Jahren brach sie die Schule ab, studierte Kunst am Darlington College und ging anschließend Gelegenheitsjobs nach. Im Mai 1976 sah die 18-jährige Murray einen Auftritt der Sex Pistols, woraufhin sie und ihre Freunde aus Ferryhill zu begeisterten Fans der Pistols wurden und sich den Namen „Durham Contingent“ (NME) verdienten. Im gleichen Jahr noch gründete sie mit Robert Blamire and Gary Smallman die nach einem Stooges-Stück benannte Band Penetration. Auch mit späteren Inkarnationen wie Pauline Murray and the Invisible Girls, Pauline Murray and the Storm oder Pauline Murray and the Saint, aber auch als Solartist hat sie einige legendäre Alben veröffentlicht. Ihre Autobiografie „Life‘s A Gamble“ ist 2024 bei Omnibus Press erschienen.
Außerdem heißen wir den Schlagzeuger BUDGIE willkommen, der so einige Stationen in seiner Musikerkarriere durchlaufen hat. Unter anderem gründete er in den späten SIebzigern die Band Big in Japan, in der Holly Johnson E-Bass und Ian Broudie E-Gitarre spielte. Nach ihrer Auflösung ersetzte er bei The Slits die ausgestiegene Drummerin Palmolive und wirkte an "Cut", dem ersten Album der Band mit. 1979 stieg er bei The Slits aus und ersetzte bei Siouxsie and the Banshees den kurzfristig ausgeschiedenen Kenny Morris. Ursprünglich sollte er nur vorübergehend einspringen, blieb dann aber bis zur Trennung der Band 1996.
Der allerjüngst dazugekommene Gast heißt Thomas Schwebel, ein weitere legendärer Typ der - deutschen - Punk-/Wave-Szene, der zusammen mit Harry Rag S.Y.P.H. gründete, später zu Mittagspause stieß, um schließlich mit Peter Hein alias Janey Jones die Fehlfarben zu gründen. Zuletzt erst konnte man ihn mit einer weiteren All Stars-Band (consisting of Peta Devlin, Rick McPhail und Gunther Buskies) auf der Bühne sehen, mit der er das zweite Album der Fehlfarben, "33 Tage in Ketten " aufführte.

 

Begleitet werden die Abende mit Projektionen von Archiv B Berlin, sowie einer on-tour Fotoausstellung mit Motiven der Punk-Dokumentar-Fotografin Sabine Schwabroh. Es moderiert der Autor und Journalist (und Punk-Drummer) Ingo Scheel.

 

Bestuhlt bei freier Platzwahl.

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Goethe & Schiller vom Sockel gehauen!

 

Poetisches Entertainment… das ist Poetry Slam. Schlamm-Catchen der Worte. Jeweils am letzten Donnerstag im Monat tragen Slammer Geschichten, Gedanken und Gefühle auf die Bühne. In Zimmertheater-Atmosphäre. Poeten aus ganz Deutschland oder regionale Verbal-Urgesteine! Lyrische Hausfrauen, hysterische Germanisten oder ungereimte Neulinge… Alle kämpfen um den Goldenen Bleistift.

 

Spektakuläres Feuerwerk der Worte! Das Publikum keucht vor Spannung. Gemeinschaftliches Lachen. Inspiration zum Mitnehmen. All dies ist Poetry Slam. Textgestalter, talentierte Vortragskünstler oder originelle Originale… im Kampf um die Dichterkrone. Und das Publikum entscheidet über Niederlage oder Sieg. Poetry Slam… Tagesschau, Satire-Show, Hörbuch und Poesiealbum… Poetry Slam vereint sie alle. Seien Sie dabei!

 

5 Poeten haben 5 Minuten, ein Moderator, eine Jury und viele begeisterte klatschenden Hände. Am Ende kann es nun einen Champion geben. Wer das wird, das entscheidest DU!

 

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DK 2025, 83 Min., FSK: ab 0, empfohlen ab 5

LUCAS - Internationales Festival für Junge Filmfans

Als Mumbo Jumbo auf magische Weise zu riesiger Größe heranwächst, muss er sich mit seinen drei Freund*innen auf eine gefährliche Reise begeben, um die furchterregende Hexe Baba Yaga zu finden, damit sie ihn wieder klein machen kann. Es ist eine abenteuerliche Reise, die Mumbo Jumbo zwar wieder klein machen könnte, ihn aber innerlich um ein Vielfaches größer werden lässt.

Regie: Karsten Kiilerich, Stine Marie Buhl
Buch: Karsten Kiilerich
Kamera: Niels Grønlykke
Musik: Halfdan E

 

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Nice! Nicer! Woman-Nicer!

 

Es geht nicht anders! Frauen sind das Thema dieser Bühnenshow. Lebhaft-humorvoll-eigenwillig präsentiert Schauspielerin und Sängerin Marie Hartmann mit ihrer Begleitung am Piano eine ganze Palette an Themen, die für Frauen überlebenswichtig sind.

 

Die Lieder von Friedrich Hollaender, Trude Hesterberg, Ute Lemper und Georg Kreisler erzählen Geschichten, in denen Frauen sich wiederfinden. Pubertierende, die irrational nach sich selbst suchen, erwachsene Frauen, die ihr Spiegelbild hinterfragen. Augenzwinkernd werden typisch weibliche Neurosen karikiert. Und natürlich kommen viele dramatische Facetten der Liebe zur Sprache

 

Das Publikum der Sommerfestspiele Wiesbaden kennt Marie Hartmann bereits als ausdrucksstarke und markante Königin in „7 Zwerge rocken den Wald“.

Der Wiesbadener Kurier feierte sie damals als Inkarnation von Nina Hagen. Für ihr Soloprogramm „Frauenzimmer“ also die perfekte Basis für noch viel mehr!

 

Mitwirkende: Marie Hartmann (Gesang & Schauspiel), Antonius Nies (Klavier)

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D 2026, 74 Min., FSK: ab 0, empfohlen ab 6

LUCAS - Internationales Festival für Junge Filmfans

 

Zu Gast: Bernd Sahling, Regie

Kurz vor den Sommerferien folgt eine streunende Katze Jan nach Hause, bekommt dort Junge und wird trotz anfänglicher Bedenken von ihm und seinen Freund*innen Sami und Martha versorgt. Die Kinder kümmern sich mit viel Engagement um die Tiere, obwohl das für Jan große Veränderungen, Verzicht und gesundheitliche Probleme bedeutet. Dabei erleben sie eine besondere Zeit, die ihren Zusammenhalt stärkt und ihren Alltag völlig verändert.

Regie: Bernd Sahling
Buch: Bernd Sahling
Kamera: Piotr Rosołowski
Musik: Christian Kuzio
Mit Sebastian Erbes, Ilkay Yalcin, Bella Mortlock, Benjamin Kramme, Boris Aljinović, Petra Kalkutschke

"So einfühlsam wie sanftmütig, so geduldig wie respektvoll entwickeln Bernd Sahling und sein (…) Team die kleine und doch in vielem so bedeutsame Geschichte, stets auf Augenhöhe der Kinder und auch der Katzen. Dabei erliegen sie nie der Versuchung, das betont "Niedliche" der tierischen Protagonisten in den Vordergrund zu stellen (…), vielmehr folgen sie zuallererst dem Tun und Handeln der Kinder, die souverän über sich hinauswachsen." kinder-jugend-filmportal.de

 

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Ein Theater-Soloprogramm über Tabuzone Nummer 1

 

Es wird über sie gesprochen, geschrieben, gemunkelt und geschwiegen.

Sie wird geliebt, gehasst, getuned. Sie wird bedeckt, beschämt, besucht, bezwungen und besungen.

 

Jetzt kommt sie selbst zu Wort und spricht ganz unverblümt. Denn es ist Zeit, ein paar Geschichten neu zu schreiben und uralte Geschichten wieder zu erinnern.

 

Ein humorvoller wie berührender Abend rund um den wichtigsten Ort des Lebens.

 

Daniela Dillinger trägt den Soloabend schauspielerisch. Die Künstlerin studierte Theaterwissenschaften und arbeitet auch als Regisseurin. Sie war viele Jahre festes Ensemblemitglied des Theaters Pfütze in Nürnberg. Daniela Dillinger ist zudem Theaterpädagogin sowie Ausdruckstrainerin für Körper, Atem und Stimme.

 

Mitwirkende: Daniela Dillinger (Schauspiel), Beatrix Cameron (Ausstattung), Natalie Golob (Regie)

FSK16!

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D/PL/I/F 2026, 82 Min., FSK: ab 0

Zum Abschluss unserer Reihe mit Filmen von Pawel Pawlikowski zeigen wir sein neuestes Werk über eine große deutsche Familiengeschichte im Tumult der Nachkriegszeit. VATERLAND wurde in Hessen produziert und mit dem Preis der besten Regie in Cannes ausgezeichnet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begeben sich Literaturnobelpreisträger Thomas Mann und seine Tochter, die Schauspielerin, Autorin und Kabarettistin Erika, auf eine Reise durch ein Deutschland in Trümmern - von Frankfurt in der amerikanischen Besatzungszone bis ins sowjetisch kontrollierte Weimar. Zum Goethe-Jubiläum wünscht man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte des Trostes, der Zustimmung und der Vergebung vom größten aller Erzähler. Zwischen euphorischen Wagner-Erben und literarisch versierten Generälen wird Deutschlands wichtigster Schriftsteller hofiert und manchmal auch beschimpft, während das Drama seiner eigenen Familie leise eskaliert. Es ist das erste Mal seit dem Krieg, dass Thomas Mann in sein Heimatland zurückkehrt, aus dem er einst ins Exil geflohen war. Eine Reise in die verwundete deutsche Seele, die heilen soll - sie wird für Erika und den Zauberer, wie seine Kinder Thomas Mann oft nannten, zu einer Reise ins Innerste.

Regie: Pawel Pawlikowski
Buch: Pawel Pawlikowski, Henk Handloegten
Kamera: Lukasz Zal
Musik: Marcin Masecki
Mit Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl, Devid Striesow, Anna Madeley, David Menkin, Joachim Meyerhoff

 

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