Mai

© Clã Vespera

Hélder Gonçalves und Manuela Azevedo sind das Duo im Zentrum von Clã, einem der wichtigsten neueren Musikprojekte Portugals. Seit den 90er-Jahren erobert die Band mit melodischem Pop-Rock die portugiesischen Charts und internationalen Bühnen. Im Feld der Theatermusik wurden der Komponist und die Sängerin enge Weggefährt*innen von Tiago Rodrigues und lieferten die Originalmusik zu „No Yogurt for the Dead“. Nun kreieren die beiden exklusiv für die Maifestspiele ein einzigartiges Konzert, das den Soundtrack der erfolgreichen Produktion durchscheinen lässt. Einen Tag nach dem Schauspiel kommt das Musikprogramm auf die Bühne: Songs über Abschied, Abwesenheit und Träume in einer Mischung aus Fado, französischen Chansons und einer Prise Blues. Wie können wir etwas vermissen, das wir nie kannten, fragt „No Yogurt for the Dead“. Der Abend gibt eine mögliche Antwort voll wunderbarer Nostalgie.

Bestellung Merken

„re-“ lädt als meditative, raumzeitliche Stätte der Re-sonanz zwischen Tanz, Klangkunst und Videoinstallation zum Eintauchen, zur Immersion ein. „re-“ ist der Figur des Ritters und damit der Idee eines umgeformten Sinns (oder: Re-alisierung) von Männlichkeit gewidmet. Sowohl in Re-alitäten des Mystischen, des Märchen-haften, des modern Romantisierten und historischen Belegten: Was unter den Schichten der Rüstung und Performativität von Maskulinität liegt, wird zur Stätte einer Re-invention in „re-“.

Gefördert durch eine Residenz von Dance Nexus e.V.

Bestellung Merken
© Rolf Arnold

1968 öffnet sich der Eiserne Vorhang einen Spaltbreit: Auf dem Musikfest „Intervision“ in der Tschechoslowakei stehen
erstmals Stars aus Ost- und Westeuropa auf der Bühne. Erst nach dem Fall der Berliner Mauer kommt es zu einem
erneuten gesamteuropäischen Musikwettbewerb: dem Eurovision Song Contest. Die europäische Performancegruppe BOYS* IN SYNC hat eine Leidenschaft für Liederwettbewerbe und große Showmomente! In InterEuroVision beleuchten sie den vergessenen Intervision Wettbewerb, performen die Hits aus Ost und West in ihren Muttersprachen und hinterfragen die politischen Dimensionen beider Songcontests. Denn so unpolitisch internationale Gesangswettbewerbe auch erscheinen sollen, sie sind immer auch politisch motiviert. Die Showeinlagen, Kommentare und Songs der Shows von 1968 erzählen von diesem Zusammenhang.
 

Gefördert durch FFUK Norway und den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Bestellung Merken

Mongolische Volksmusik & Rockcello

 

Zwei außergewöhnliche Musiker aus Asien und Europa begegnen sich in einem einzigartigen Konzerterlebnis: Der international bekannte mongolische Musiker Enkhjargal Dandarvaanchig (EPI) und der Cellist, Komponist und Klangforscher Christopher Herrmann verbinden traditionelle mongolische Volksmusik mit zeitgenössischen Cello-Klängen.

 

Pferdekopfgeige, Cello sowie Oberton- und Untertongesang verschmelzen zu einer archaisch-modernen Klangwelt. Neben überlieferten mongolischen Volksweisen erklingen Eigenkompositionen von EPI und Christopher Herrmann, in denen meditative Weite, rhythmische Energie und rockige Impulse aufeinandertreffen.

 

EPI zählt zu den bedeutendsten Botschaftern mongolischer Musik. Bereits während seiner Ausbildung trat er im mongolischen Fernsehen auf und tourte mit Staatsensembles durch sein Heimatland. Seit seinem ersten Deutschlandaufenthalt 1993 konzertiert er international, unter anderem in Europa und den USA, und gilt als Meister des mongolischen Oberton- und Untertongesangs.

 

Christopher Herrmann ist weltweit als Cellist und Komponist tätig. Er ist Gründungsmitglied des Orchestra of Truth, betreibt das Label cellosophie und unterrichtet als Musikdozent. Im Theaterkunsthaus 43 im Palasthotel war er bereits mehrfach zu Gast und zeichnet dort unter anderem für die Kompositionen der Produktion „Die Schöne, das Biest“ verantwortlich. Sein künstlerisches Spektrum reicht von Klassik über Improvisation bis hin zu experimentellen Klangformen.

Bestellung Merken
© Felix Baßler

Nach dem großartigen Auftritt bei den Maifestspielen 2025 kehren Brandt Brauer Frick zurück ans Staatstheater Wiesbaden! Das in Wiesbaden gegründete Trio funktioniert das Große Hauszur Tanzfläche um. Mit einer Lichtshow im Gepäck, die den Saal spektakulär in Szene setzt, präsentieren Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick ihrelive gespielte Clubmusik: elektronische Tanzmusik, gepaart mit der Klangwelt von Neuer und klassischer Musik. Waren sie kürzlich noch in China auf Tournee mit dem Xi’An Symphony Orchestra, so erwartet das Wiesbadener Publikum bei den diesjährigen Maifestspielen ein energetisches Trio-Programm. Wie immer mit Tasten, Perkussion und elektronischen Musikinstrumenten.

Bestellung Merken
© Max Borchardt

Dieser Abend bleibt im Gedächtnis: Starregisseur Tiago Rodrigues, Autor und Special Guest der Maifestspiele 2026, setzt die Lupe an bei Wagners „Tristan und Isolde“. Seine Inszenierung verfolgt den wechselvollen Weg des Tristan-Mythos durch Überschreibungen und Mehrdeutigkeiten bis ins Heute. In einem riesigen Archiv blättern die Tänzer*innen Sofia Dias und Vítor Roriz Seiten dieser Geschichte auf und holen sie durch verschiedene Fragen nahe an unsere Gegenwart heran. Produziert an der Opéra Nancy, sorgte Rodrigues‘ Lesart dort nicht zuletzt für Begeisterung, weil sie „die Konzentration auf das Singen und Hören steigert“ (Concerti). Und dies wird zum Hochgenuss, denn nur junge, international erfolgreiche Wagner-Sänger*innen stehen dafür in Wiesbaden auf der Bühne: Ric Furman (Tristan) startete seine internationale Karriere mit Preisen bei Wagnerwettbewerben nach einem Engagement am hiesigen Staatstheater. Carla Filipcic Holm (Isolde) ist eine der gefragtesten Sopranistinnen Argentiniens und erobert derzeit die europäischen Bühnen und Herzen der Presse im Sturm. Während Irene Roberts, gefeiert von der Metropolitan Opera bis zu den Bayreuther Festspielen, die Partie der Brangäne übernimmt, kommt Tommi Hakala nach seinem Erfolg in der Titelpartie des „Fliegenden Holländers“ als Kurwenal nach Wiesbaden zurück. 

Eine Klasse für sich ist auch Wagners Musik für „Tristan und Isolde“. Mit dem wohl berühmtesten Akkord der Operngeschichte erschütterte der Komponist 1865 die Tonalität und öffnete das Tor ins Unbekannte. Diese Klänge lassen ihr Publikum mit der verbotenen Liebe zwischen Isolde und Tristan fiebern, schwelgen und zuletzt mit Isolde „im Welt-Atem ertrinken“. Trennen und Vereinen, Sterben und Aufstehen, Krieg und Frieden zeichnen diesen Trip intensiver musikalischer und mystischer Erfahrungen. Ein Fall für das wagnererprobte Hessische Staatsorchester unter Generalmusikdirektor Leo McFall.

Bestellung Merken

Was bleibt von einer Kunstform, die im Moment ihres Entstehens schon vergeht? Tanz, Musik und Spiel stellen Archive vor besondere Herausforderungen. Wie sich das Flüchtige der Bühne auf Dauer bewahren lässt, dafür kennt Susanne Foellmer, Leiterin des Deutschen Tanzarchivs, die besten Strategien. Das vielleicht faszinierendste Speichermedium dafür ist unser Körper selbst. Mitglieder des Kollektivs „People Watching“ berichten, was passiert, wenn wir uns so schnell bewegen, dass unsere Erinnerung nicht mehr hinterherkommt und das Körpergedächtnis übernimmt. Beobachten lässt sich das auch bei Hyunjin Kim, Klavierstudentin im Konzertexamen, deren Finger nur so über die Tasten fliegen. Mit Ravels „La Valse“ schlägt sie einen Bogen zum Tanz. Im Anschluss lädt „People Watching“ ein, ihre spektakuläre Arbeit „Play Dead“ zwischen Tanz, Performance und Neuem Zirkus im Kleinen Haus zu bestaunen.

Bestellung Merken