Dezember

Seit der Uraufführung 1893 erobert „Hänsel und Gretel“ die Bühnen im Sturm und erfreut vor allem zur Weihnachtszeit viele Generationen von Kindern (und Erwachsenen!). Die eingängige Musik ist voller Melodien von Kinderliedern: „Brüderchen, komm, tanz mit mir“, „Ein Männlein steht im Walde“ und der „Abendsegen“. Die Oper nach dem berühmten Märchen wird von der jungen Regisseurin Beka Savić in einer Inszenierung für Jung und Alt liebevoll neu erzählt. Die Musikalische Leitung der Produktion liegt bei Holger Reinhardt

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Im Dunkel eines Dachbodens tritt der Geist einer alten Frau auf: Hannelore Oehmichen-Marschall, Mitbegründerin der Augsburger Puppenkiste, führt uns wie im Traum durch die Geschichte ihres Lebens, ihres Theaters und Deutschlands von Nationalsozialismus bis Wirtschaftswunder.
Moritz Sostmann lässt in „Herzfaden“ menschliche Schauspieler*innen, lebensechte Puppen und altbekannte hölzerne Marionetten aus der Puppenkiste gleichberechtigt aufeinandertreffen. Eine Hommage des Schauspiels an die Theaterform Marionette.

Ein Vater, der als Oberspielleiter verbotene Stücke aufführen lässt, aber dennoch als Landesleiter der Reichstheaterkammer arbeitet. Und seine Tochter, deren Kindheit und Jugend überschattet wird vom Krieg und seinen Nachwehen. Gemeinsam erschaffen sie etwas, was Generationen von Kindern und Erwachsenen geprägt hat und bis heute fasziniert: die Augsburger Puppenkiste. Die Marionetten schaffen eine Verbindung der Generationen, die der Krieg einander fremd werden ließ. Aber auch das Dunkle, Verdrängte bahnt sich den Weg in die Puppen…

„Die Faszination für die Puppen speist sich aus dem Bedürfnis, Frieden mit der eigenen, menschlichen Existenz und deren Widersprüchen zu schließen“, so Regisseur Moritz Sostmann. Thomas Hettches Mischung aus fiktionalisierter Biografie und modernem Märchen taucht tief in dieses Spannungsfeld ein: die Faszination für das geführte Objekt, dem wir Leben und Menschlichkeit zusprechen, vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus, der ebendies Millionen von Menschen absprach.

Puppenbau und -gebende: Hagen Tilp, Christian Werdin sowie Leihgaben des Puppentheater Halle. Anfertigung große Marionetten Urmel, Li Si, Lukas und Kalle Wirsch in den Werkstätten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

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Mit „ENDSIEG“ antwortet die Literaturnobelpreisträgerin und Dramatikerin Elfriede Jelinek unmittelbar auf den erneuten Wahlsieg Donald Trumps im November 2024. Jelinek beschäftigt sich eindringlich mit dem „auserwählten Volk“, das seinem von Gott auserwählten Erlöser, dem König, blind folgt und ihn kultisch verehrt. Gerade seine Demokratiefeindlichkeit treibt das Volk in seine Arme und lässt es, einmal gefangen, nicht mehr los. Auch wenn der König versucht geltendes Recht auszuhebeln und über Krieg und Frieden zu entscheiden, bleiben sie an seiner Seite. In düsteren, spöttischen Bildern zeichnet Jelinek in dem, was sie ein „Gedicht“ nennt, eine Aristokratie, die uns alle angeht.

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